Die Schakkeline hat fertig

Es ist bald zwei Jahre her, dass ich zuletzt das magische Wörtchen »Ende« unter ein Manuskript setzen konnte, aber dank meiner eisernen Disziplin und meinem Versprechen, diesen Sommer drei Bücher fertigzustellen, kann ich nun den ersten Erfolg vermelden. Schattenklingen: Die Steinerne Amsel, das erste Buch der Trilogie, ist in der letzten Nacht fertiggeworden. Die eigentliche Arbeit kommt noch: Nach meiner Erfahrung schreiben sich erste Teile immer schön leicht, die richtigen Probleme ergeben sich dann mit dem zweiten Band. Aber darüber will ich mir gerade keine Sorgen machen. Erst einmal will ich feiern. 603 Normseiten, entstanden zwischen 1. November 2012 und dem 21. Juli 2014, sind auch so schon ein Brocken, auf den man stolz sein kann. Sie sind mir ans Herz gewachsen, meine zeitreisenden Zombie-Elfen.

Das Buch ist in drei Etappen entstanden: Die ersten zweihundert Seiten im November 2012, als ich mich mit dem Nanowrimo so richtig in die Geschichre hineinstürzen und Seite um Seite einfach runterschreiben konnte. Die zweiten zweihundert Seiten waren viel, viel anstrengender und zogen sich über mehr als ein Jahr hin, während derer die Geschichte so vor sich hindümpelte und nur kleckerwiese vorankam. Die letzten zweihundert Seiten entstanden dann wieder in kurzer Zeit, im Juni und Juli dieses Jahres, als ich endlich wieder neuen Mut und Schwung zum Schreiben gefunden hatte.… Weiterlesen

Ein Abschied auf Zeit

Ich habe mal gezählt: In der Zeit, seit ich dieses Blog schreibe, habe ich gerade den sechsten Roman fertiggeschrieben. Das ist, finde ich, eine stattliche Leistung – immerhin blogge ich hier erst seit knapp zwei Jahren, das macht also drei Romane pro Jahr. Wenn ich also mal vom Schreiben leben sollte, geplant ist es ja, wird es nicht an der Produktivität scheitern. Das war früher immer mein Totschlagargument: »Ich möchte nicht vom Schreiben leben müssen, weil ich dann gezwungen wäre, auf Kommando zu schreiben, und es keinen Spaß mehr machen würde.« So pauschal kann ich das längst nicht mehr sagen. Der Spaß geht verloren, wenn man unter Zeitdruck etwas schreiben muss, hinter dem man nicht voll und ganz steht, so wie mir das mit Richterin Barbara Salesch gegangen ist. Aber drei Romane, die ich liebe, kann ich in einem Jahr fertig schreiben. Wenn sie nicht zu lang sind, heißt das. An der Schattenuhr habe ich ein gutes halbes Jahr gearbeitet, nahezu ausschließlich, das drückt natürlich den Schnitt. Aber das Buch hat 666 Normseiten (nicht dämonisch beabsichtigt, sondern Zufall), und bei der Länge darf man ruhig mal etwas länger brauchen.

Also, das zweite Buch Percy ist endlich fertig. Zwischendurch gab es Durststrecken, was den Plot anging; ich war kurz davor, alles in die Ecke zu pfeffern und habe meiner Agentin schon erklärt, dass das Buch sicher ganz und gar unverkäuflich sein wird, aber letzten Endes mag ich das Ergebnis doch sehr.… Weiterlesen

Guter Mohn, du gehst so stille

Und plötzlich ist es aus. Eben noch schreibt man jeden Tag zehn Seiten an seinem Lieblingsbuch, da ist es auch schon fertig. Zugegeben, ich musste in die Verlängerung gehen, denn nachdem ich das Buch für fertig erklärt hatte und das letzte Kapitel an meine Betaleser rausgeschickt, mit dem unbefriedigenden Gefühl, das Ende versemmelt zu haben, bin ich nochmal kritisch über das, was ich geschrieben habe, drübergegangen – und es las sich nicht wie ein versemmeltes Ende. Es las sich überhaupt nicht wie ein Ende. Es war mehr so, als hätte ich meinen Betas eine alte Version des Kapitels geschickt, in dem die letzte, entscheidende Szene noch gar nicht drin was. Was sich beim Schreiben wie ein einigermaßen starker letzter Satz angefühlt hatte, war mehr, als würde man bei voller Fahrt aus einem Eisenbahnwaggon springen und brüllen »Ich bin am Ziel!« – viele Meilen vor dem nächsten Bahnhof. Was für ein Glück! Es gibt Problemszenen, da merkt man nicht so eindeutig, was dran falsch gelaufen ist. So habe ich mich am anderen Tag hingesetzt, noch eine Szene geschrieben, mich gefreut, dass mir Percy noch einen Tag länger erhalten bleibt, und das Kapitel ein zweites Mal an die Betas verschickt. Die ersten Rückmeldungen sind positiv ausgefallen.… Weiterlesen

Verpuppt und zugenäht

Ich habe es geschafft. Mit einem großen Endspurt, bei dem ich in einer Woche achtzig Seiten geschrieben habe, und das auch noch mit keinem Plot am Anfang, einer Convention in der Mitte und Nebenhöhlenentzündung am Ende, habe ich Das Haus der Puppen zu einem Abschluss gebracht. Nach einem Probekapitel im Mai ist das Buch – 485 Normseiten – vor allem in den Monaten Juli bis September 2011 entstanden, eine stolze Leistung für ein Buch dieser Dicke. Und auch wenn ich gestern noch Angst hatte, ich würde das Ende völlig ruinieren, ist es dann doch so ausgegangen, wie ich es vor meinem inneren Auge hatte. Vielleicht ist der Schluss etwas überhastet, aber ich wollte ihn nicht unnötig in die Länge ziehen, um nicht den Schwung rauszunehmen. Das Ende ist so zart geworden, wie ich mir gewünscht habe – es bleibt ein bisschen offen, ob Florence und Lucy nun in Liebe oder Freundschaft verbunden sind, um mir die Option auf eine Fortsetzung offenzuhalten, und siehe da, als ich nach fast viertausend Wörtern in einer Nacht gestern um halb sechs in der Frühe endlich im Bett gelandet bin, hatte ich auch schon erste Ideen für einen zweiten Band.

Da meine Feen unsterblich und alterslos sind, können sie auch dreißig Jahre später noch genauso aussehen wie im ersten Buch.… Weiterlesen

Siegel druff und fertig

Das Kampfschreiben gerät immer mehr zum Krampfschreiben, und ob ich mein allzu hochgestecktes Jahresziel erreichen kann, steht immer mehr in den Sternen. Im April muß ich nun die erste Niederlage einstecken im stetigen Kampf zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Geplant war ein Hattrick. Das hätte ich nicht tun dürfen, war schon letztes Jahr im Dezember ein schlechtes Zeichen, Hattrick schaffe ich nicht. Aber ich wollte nicht weniger als zwei Fernsehserienkonzepte zum Serienwettbewerb von Odeon Film einzureichen (Einsendeschluß: 2. Mai), den Koboldsköder für den Kleiner-Goblin-Wettbewerb von Arcanum fertigschreiben, und Das Gefälschte Siegel seinem Ende zuzuführen. Hat nicht sollen sein. Trotz Verzicht aufs Bloggen habe ich das nicht hinbekommen. Na ja, zwei von drei sind auch nicht schlecht.

Meine beiden Fernsehserien sind so gut wie absendebereit, was noch fehlt, sind die Dialogproben – die ich jeweils auf eine Seite quetschen muss, weil ich sonst mit der Vorgabe, eine Länge von zehn Seiten nicht zu überschreiten, nicht hinkomme: Sowohl meine kölschen Vampirdetektive als auch meine modernen Musen brauchen zuviele Hintergrundinformationen. Aber morgen/heute/übermorgen (wenn es in der Nacht ist, komme ich mit den Terminen immer durcheinander) noch zwei kleine Dialoge runterzuschreiben, das sollte kein Problem sein. Die Deadline schaffe ich. Koboldsköder habe ich hingegen aufgegeben, zumindest für den Wettbewerb.… Weiterlesen

(K)ein Grund zum Feiern

Nun ist es also tatsächlich passiert. Die Gauklerinsel ist fertig. Um kurz nach eins in der Nacht habe ich die letzten Wörter geschrieben, und das sogar zweimal, denn ich kann mich nicht entscheiden, wie der letzte Satz lauten soll: Vor ihnen war Nebel oder Vor ihnen lag Nebel. Zur Sicherheit habe ich beide Versionen abgespeichert, mir gefällt die erste Fassung etwas besser, meinem Freund die zweite. Und eigentlich sollte ich mich jetzt freuen und ein bißchen feiern, einen guten Wein aufmachen oder so – aber statt dessen bin ich das Heulende ElendTM. Ich fühle mich leer, ausgelutscht, aufgebraucht, und kann mir nicht vorstellen, jemals wieder auch nur ein Wort zu schreiben.

Ich habe noch nie ein so langes in sich abgeschlossenes Buch geschrieben. Gut, die Spinnwebstadt hat ein paar Seiten mehr, hundert oder so, aber die war in vier Einzelbände aufgeteilt, die jeweils einzeln für fertig erklärt wurden. Das gleiche gilt auch für die einzelnen Elomaran-Bücher. Aber nach vier Jahren, achthundert Seiten, einfach so Tschö sagen, das geht nicht. Statt mich zu freuen, bin ich in Trauer. Eigentlich sollte ich noch schreiben, nicht an der Gauklerinsel, sondern an den anderen Geschichten, ich will diesen Monat noch mindestens zweitausend Wörter schreiben, besser mehr, aber ich kann nicht.… Weiterlesen

Geigerzähler, ausgezählt

Es hat dann doch noch bis knapp nach Weihnachten gedauert, was ursprünglich in der ersten Dezemberhälfte passieren sollte: Geigenzauber ist fertig, fertig, fertig. Mein Feengeiger hat ausgegeigt, mein Geigerzähler ausgezählt, und ich habe noch drei Tage und ein paar zerquetschte, um mich endlich wieder meinen Gauklern und ihrer Insel zuzuwenden. Das mit dem Hattrick, das wird wohl nichts mehr, aber ehrlich, soll ich mich deswegen ärgern? Ich habe ein tolles Buch geschrieben, 355 Normseiten in weniger als zwei Monaten, das ist ein neuer Geschwindigkeitsrekor – Der Schattenstein war zwar als Nano-Roman von 2006 schon am 14. Dezember fertig, aber der hat nur 271 Seiten, das zählt also nicht, das waren damals nur 6,15 Seiten/Tag, jetzt habe ich einen Schnitt von 6,34 Seiten geschafft.

Und was kommt jetzt? Ein seltsames Gefühl. Ich bin hin und hergerissen zwischen Glücksgefühl und Kopfschmerzen, die Weihnachtstage waren stressig und schön gleichzeitig, vieles ist passiert, ich hätte gern mehr Zeit gehabt, um mich auf die Feiertage vorzubereiten, und ein paar mehr Tage, um die Verwandtenbesuche zu entzerren. Auch hätte ich meiner Mutter gern schon heute Nachmittag gesagt, daß das Buch fertig ist, statt ihr vorzurechnen, daß mir nur noch ein paar Wörter oder Seiten fehlen. Ich werde das Angebot von Createspace für Nanowrimosieger annehmen und mir ein Handexemplar zuschicken lassen, auch wenn ich dafür noch ein Titelbild basteln muß – den Triumph, meine Blitzgeburt in der Hand zu halten, werde ich mir nicht nehmen lassen.… Weiterlesen

Klappe zu und fertig II

Falkenwinter ist fertig. Das Buch, in dem nur sehr wenige Falken vorkommen und fast noch weniger Winter, da ich es auf halbem Weg von seiner Selbständigkeit befreit und zur zweiten Hälfte von Dämmervogel gemacht habe, hat um drei Minuten vor Mitternacht seinen letzten Satz bekommen, weswegen ich eigentlich jetzt auch sagen könnte: Dämmervogel ist fertig, diesmal aber wirklich. Stimmt so noch nicht ganz, ehe ich die beiden Teile zu einem Ganzen zusammensetzen kann, muß ich erst aus dem schönen langen Prolog von Falkenwinter ein gewöhnliches Kapitel machen, was nicht so leicht wird, wie es klingt. Aber erstmal, ehe ich mit dem großen Überarbeiten anfange, werde ich feiern und dann einen gemütlichen Nanowrimo schreiben.

Mein Ziel aus dem Blutspakt habe ich erreicht, zumindest den schaffbaren Teil davon. Das Vierte Buch sollte im Oktober fertig werden, und es ist im Oktober fertig geworden, auf drei Minuten genau. Was die Gauklerinsel angeht, deren Fertigstellung steht mir noch ins Haus, und das parallel zum Nanowrimo hinzubekommen wird eine Menge Arbeit, aber ich habe extra keinen Termine im November außer einem dreißigtägigen Date mit meinem Laptop, und ich traue mir zu, das zu schaffen. Hängt zwar nicht der Weltfrieden von ab, aber der meiner Seele, der mir manchmal noch wichtiger ist.… Weiterlesen

Klappe zu und fertig

Dämmervogel ist fertig. Tatsächlich ist es das schon nominell seit Donnerstag, aber ich war nicht sicher – ich hatte einen tollen letzten Absatz, aber daß es der letzte sein sollte, merkte ich erst, nachdem er geschrieben war – eigentlich wollte ich für Donnerstag nur ganz normal Feierabend machen und am Freitag oder nach dem Wochenende daran weiterschreiben, die letzte fehlende Szene zu Papier bringen… Und dann hatte ich plötzlich einen Absatz geschrieben, der nur einer von vielen sein sollte und sich doch als ein guter Letzter herausstellte.

Ich hab ein paar Nächte darüber geschlafen. Dann alles abgetippt, und noch einen Absatz vor den besagten gesetzt, denn wenn ich die ganze letzte Szene weglasse oder ins nächste Buch mitnehme, entsteht natürlich am Ende von Dämmervogel ein Loch. Jetzt weiß jeder, der Engelsschatten bis zum Schluß gelesen hat, daß ich doch einen gepflegten Cliffhanger zu schätzen weiß, aber es ist etwas anderes, ob man den Leser mit beißender Neugier zurückläßt oder mit einem großen Fragezeichen. Dem letzten Absatz fehlte noch der Hintergrund, der zum Verstehen nötig sein konnte – nicht für mich, aber für meinen ersten Testhörer, nachts am Telefon, und auf den gebe ich eine Menge.

Also, jetzt, und eigentlich schon seit Donnerstag, ist Dämmervogel fertig.… Weiterlesen

Endlich wieder Engel!

Gestern Nacht – und es war wirklich Nacht! – habe ich das Finale der Legende von Mythrâs fertiggestellt – und es heute, zusammen mit meiner Folge Sieben, mit leichter Verspätung [Abgabeschluß: Gestern] beim Hörplanet eingereicht. Damit liegen die beiden Skripte jetzt in den Händen der Produzenten, und ich bin sehr gespannt, wie es damit jetzt weitergeht und was sie draus machen. Die Arbeit war sicher interessant und hat großen Spaß gemacht, aber da mir aus privaten Gründen der Terminplan komplett aus den Fugen geraten ist, mußte ich in den letzten beiden Wochen dermaßen ranklotzen, daß ich zu nichts anderem mehr gekommen bin, zumindest was das Schreiben anging.

Aber jetzt habe ich die Mythrâs-Episoden aus den Füßen und bin froh drum. Erstmal lege ich mich gleich schlafen, davon habe ich nämlich in dieser Woche deutlich zu wenig abbekommen, und dann wende ich mich endlich wieder meinen Engeln zu. Denn so sehr ich die Teamarbeit auch schätze und interessant finde – letztenendes bin ich wohl doch mehr ein Einzelkämpfer und ärgere mich, wenn mir jemand reinredet: Meine literarische Kompromisbereitschaft ist noch ausbaufähig. Gerade deswegen habe ich durch die Hörspielarbeit viel gelernt und möchte die Erfahrung nicht missen – aber gerade deswegen bin ich jetzt auch wieder froh, die Herrin meiner Worte und Werke zu sein und auf eigene Verantwortung zu arbeiten.… Weiterlesen